Mehr Fernbushaltestellen für die Neustadt statt völlig realitätsferne Rotstiftpolitik der Stadtverwaltung

(Dresden/17.06.2016) Seit Anfang dieser Woche fährt das Fernbusunternehmen Berlin-Linienbus die Haltestelle vor dem Neustädter Bahnhof am Schlesischen Platz nicht mehr an. Reisende von und nach Berlin müssen seitdem bis zum Hauptbahnhof reisen, um anschließend wieder durch die Innenstadt in die Neustadt zu gelangen. Um die Gründe dafür zu erfahren, hat die Neustädter FDP-Ortsbeirätin Benita Horst bei der Stadtverwaltung nachgefragt.

Grund für den ersatzlosen Wegfall der begehrten Fernbushaltestelle ist die Entscheidung der Stadtverwaltung und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr Dresden, am Bahnhof Dresden-Neustadt keine neuen oder verlängerten Konzessionen zu genehmigen. Damit sind Fernbusabfahrten seit dieser Woche nur an der Bayrischen Straße am Hauptbahnhof – also auf der anderen Stadtseite – möglich. Begründet wird dies mit der gestiegenen Nachfrage und den damit verbundenen Lärm- und Abgasbelastungen. Bereits seit etlichen Jahren gibt es diesbezüglich Beschwerden, u.a. vom Seniorenheim.

Dazu erklärt Benita Horst: „Mit dem sang- und klanglosen Wegfall der Fernbushaltestelle vor dem Neustädter Bahnhof müssen die Reisenden nun erhebliche Umwege in Kauf nehmen oder werden gezwungen auf die teurere und unattraktivere Variante des Zuges umzusteigen. Die Nachfrage steigt und die Stadt streicht das Angebot vor dem Neustädter Bahnhof komplett. Das ist nicht nachvollziehbar und realitätsfern. Das passt nicht zu einer mobilen und innovativen Landeshauptstadt, die Dresden immer zu sein scheint. Das Thema Fernbushaltestellen hat die Stadt Dresden komplett verpennt.

Dass es Probleme mit der Fernbushaltestelle am Schlesischen Platz gibt, war der Stadtverwaltung seit mehreren Jahren bekannt. Dennoch kommt die Entscheidung, die Konzession für die Haltestelle der Fernbusse nicht zu verlängern, für die Nutzer überraschend. Obwohl Probleme an dem Standort bekannt sind, hat es die Stadtverwaltung verpasst zu handeln und entsprechende Planungen einzuleiten. Dieses Versäumnis ist nicht zu entschuldigen. Das Problem ist viel zu lange auf die lange Bank geschoben worden. Was wir dringend brauchen ist eine anständige Fernbuskonzeption. Wie das Thema Fernbushaltestelle am Bahnhof Neustadt bei all den teuren Verkehrskonzeptionen der Stadt Dresden unter den Tisch fallen konnte, ist nicht nachvollziehbar.

Im Interesse der Neustädter und der Neustadtbesucher werde ich das Thema mit Nachfragen und Initiativen weiterverfolgen.“

Weiterhin heißt es in der Antwort der Stadtverwaltung, dass Planungen zum Umbau des derzeitigen Verkehrsplatzes für Busse erst aufgenommen werden können, wenn der Stadtrat sich zum Bau eines neuen Fernbusbahnhofs am Dresdner Hauptbahnhof entschieden hat. Dazu Horst: „Was hat der Fernbusbahnhof am Hauptbahnhof mit der Situation am Neustädter Bahnhof zu tun? Nichts! – Das ist lediglich der vage Versuch, einen Schuldigen und eine Begründung für die Untätigkeit der Stadtverwaltung zu finden. Unabhängig davon ist die Situation am Hauptbahnhof ebenfalls sehr unbefriedigend. In Summe: Was Fernbushaltestellen angeht ist Dresden auch reichlich 25 Jahre nach der Wende immer noch im Tal der Ahnungslosen.“

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