(Veranstaltungshinweis) Podiumsdiskussion zum Wandel der Bestattungskultur

Gemeinsam mit dem Verband der Annenfriedhöfe Dresden lädt der FDP-Ortsverband im Dresdner Westen zu einer Podiumsdiskussion ein. Unter dem Motto „Zwang oder Freiheit – Brauchen wir noch Friedhöfe?“ wollen die Diskutanten verschiedene Aspekte der Friedhofs- und Bestattungskultur kritisch hinterfragen und aus unterschiedlichen Blickpunkten beleuchten.

Die deutsche Bestattungskultur ist im Wandel. Während vor 100 Jahren noch die Erdbestattung der Standard unter den Bestattungsformen war, hat im letzten Jahrhundert die Urnenbeisetzung diese Rolle übernommen. Hinzu kommen aktuell immer mehr Alternativen: Baumbestattung, Seebestattung, Urnengemeinschaftsgrab, „Grüne Wiese“, Memoriam-Garten – vieles ist möglich.

Noch breiter gefächerte Bestattungsmöglichkeiten eröffnen sich im Ausland: Das Verstreuen von Asche, das Verwahren von Urnen in den eigenen vier Wänden, das Pressen von Diamanten oder Bleistiften aus der Asche Verstorbener bis hin zum Verschießen der Asche ins Weltall oder dem Versenken in einem Korallenriff sind anderswo bereits möglich.

In Deutschland steht diesen Optionen der gesetzliche Friedhofszwang entgegen. Warum gibt es diese Vorgaben? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen individueller Trauer und einem öffentlich zugänglichen Erinnerungsort? Wie wird sich die Bestattungskultur in Deutschland zukünftig weiterentwickeln und welche Auswirkungen auf unsere Werte und die Trauerkultur sind denkbar? Diese Fragen sollen unter anderem bei der Diskussion im Fokus stehen.

„Aus liberaler Sicht stellt sich die Frage, ob die klassischen Bestattungsbräuche und der Friedhofszwang noch zeitgemäß sind“, erläutert die Ortsvorsitzende der FDP im Dresdner Westen, Viola Martin-Mönnich. „Uns ist die Selbstbestimmtheit über den Tod hinaus wichtig; eine gewisse Vielfalt und Individualität in den Bestattungs- und Trauerriten ist wünschenswert“, so Martin-Mönnich weiter.

„Den aktuellen Bestattungstrends steht eine jahrhundertelang gewachsene Friedhofstradition entgegen, deren Ziel es war den Menschen einen idealen Platz für die persönliche Trauerarbeit zu bieten.“, argumentiert Lara Schink, Friedhofsverwalterin des Verband der Annenfriedhöfe Dresden, „Neues ist immer erst einmal faszinierend. Die Frage ist, ob die aktuellen Bestattungstrends, die oft auch mit einer gewissen Anonymität verbunden sind, wirklich eine bessere Alternative zu einem persönlichen Grab bieten oder ebendiesem Bedürfnis nach Vielfalt und Individualität nicht eher im Wege stehen.“

Die Diskussionsteilnehmer sind Herr Jens Atmanspacher (Friedhofspfleger der ev.-luth. Landeskirche Sachsen), Herr Andy Meyer (Geschäftsführer VENERO GmbH), Herr Detlef Thiel, Amtsleiter des Amts für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und Frau Sabine Frank (Trauerbegleiterin). Moderiert wird die Veranstaltung von Herrn Holger Hase.

Die Podiumsdiskussion findet am Sonntag, den 13. November um 15:00 Uhr in der Trauerhalle des Neuen Annenfriedhofs, Kesselsdorfer Str. 29, 01159 Dresden, statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.