Malorny: „Lenin-Vorschlag kommt zur Unzeit.“

Dresden kann seine Erinnerung an die DDR ohne die Statue des Kommunistenführers gestalten.

(Dresden, 9. Juni 2017) Zum Ende dieser Woche, und nur wenige Tage vor dem 17. Juni, macht die Linke erneut mit rückwärtsgewandten Vorschlägen von sich reden. In einer Pressemitteilung erklärt André Schollbach, der Fraktionsvorsitzende der Dresdner Linken im Stadtrat und MdL, dass Dresden sich an einer Auktion zum Erwerb des Lenin Denkmals vom Wiener Platz beteiligen soll, um dieses Kunst- und Kulturgut zu bewahren.

Diese verklärende und unnötige Forderung ist für den Ortsvorsitzenden der FDP Dresden Altstadt und Bundestagskandidaten Robert Malorny nur wenige Tage vor der Wiederkehr des 17. Juni an Taktlosigkeit nicht zu überbieten:

„Der Abbau von sozialistischen Denkmälern direkt nach der friedlichen Revolution war eine bewusste Entscheidung der Menschen, die Unterdrückung und Unterwerfung auch im Namen von Lenin erlebt haben. Dieses ausgerechnet durch Initiative der Linken umkehren zu wollen, verhöhnt den Einsatz und das Risiko derjenigen, die die Befreiung von sozialistischer Unterwerfung friedlich erkämpft haben. Der Abbau des Denkmals war keine spontane Aktion, die in der politischen Umbruchszeit emotional getroffen wurde, sondern eine zwei Jahre später bewusst getroffene Bewertung einer menschenverachtenden Ideologie. Nachfolgende Generationen, die in einem System der Freiheit leben, sollten den freien Willen aus dem Jahr 1992 respektieren, anstatt mit öffentlichen Mitteln Geschichtsglättung zu betreiben.

Ein riesiges Monument eines Antidemokraten, das die Stadt Hunderttausende Euro kosten soll und für das wir nicht einmal einen Platz haben, gehört nicht zurück in das Stadtbild im Jahr 2017. Lenin kann kein Vorbild, kein Denkmal, keine Erinnerungsfigur für eine freiheitliche und pluralistische Gesellschaft sein, er beseitigte 1917 durch einen blutigen Staatsstreich die junge parlamentarische Ordnung in Russland. Durch seine Politik kamen während der Revolution und im anschließenden Bürgerkrieg Millionen von Menschen ums Leben. Dies zu verharmlosen und zu relativieren, ist politisch völlig unverantwortlich und inakzeptabel.

Lenin taugt nicht für die Zeichensetzung in einer demokratischen Erinnerungskultur, und erst recht nicht für eine Erinnerungskultur für die Zeit der DDR. Bevor Geld aufgewendet wird, ein abgerissenes Denkmal mit zweifelhaftem Aussagewert wiederherzustellen, sollte lieber der vorhandene Bestand erhalten werden. Es gibt in Dresden genug Denkmale, vor allem auch aus der DDR-Zeit, die vor sich hinbröckeln und dringend einer Sanierung bedürften, oder die auf eine Erklärung und Aufwertung im Öffentlichen Raum warten. So fordert die FDP Dresden seit Jahren die Entwicklung und Umsetzung eines Vermittlungskonzepts zum Wandbild „Weg der Roten Fahne“ am Kulturpalast.“

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