Dresden soll Minijobs ausschreiben, um das Virus schneller zu finden

(Dresden, 04.11.2020) Durch Absprache der Bundesregierung mit den Regierungen der Länder befinden sich weite Teile der Dienstleistungsbranchen, besonders Gastronomie und Hotellerie im Lockdown und hängen für mindestens einen Monat in der Luft. Während sich in Dresden tausende Arbeitnehmer auf Kurzarbeit oder Kündigung einstellen müssen, fehlen der Landeshauptstadt seit einer Woche die Kapazitäten zur lückenlosen Kontaktverfolgung der Ansteckungswege. Holger Hase, Stadtrat und Vorsitzender der FDP Dresden sieht einen Weg beide Probleme gleichzeitig anzugehen:

„Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt sieht sich seit 27. Oktober außer Stande die potentiellen Ansteckungen bei Neuinfektion zu verfolgen. Damit fliegen wir in Dresden zunehmend blind in der momentanen Pandemielage. Um Abhilfe zu schaffen, bedürften wir vielfacher personeller Unterstützung, um wieder Überblick zu erlangen“, so Holger Hase.

„Gleichzeitig stehen seit gestern vermutlich tausende Arbeitnehmer des Gastgewerbes ohne Arbeit da und sind frustriert. Niemand kann ihnen momentan sagen, wie lang die Situation andauert und ob sich zu Weihnachten schon bessere Zeiten abzeichnen. Zwar fängt Kurzarbeit ein Teil der Einbußen ab, aber das ausgefallene Trinkgeld ersetzt den Kellnerinnen und Kellnern niemand. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?“, so Hase weiter.

„Die Stadt Dresden soll zusammen mithilfe des Gesundheitsamtes prüfen, wie viele Leute man voraussichtlich bräuchte, um eine effektive Kontaktverfolgung wieder zu gewährleisten und entsprechende Stellen als Minijobs ausschreiben“, fordert Hase.

„Dadurch erreichen wir mehrere Ziele gleichzeitig: Wir erlangen wieder einen Überblick über die aktuelle Pandemielage in Dresden, schützen unsere Mitbürger vor Ansteckung und unsere Krankhäuser vor Überlastung. Und nicht zuletzt geben wir Arbeitnehmern, die von dieser Krise existenziell bedroht sind, eine Möglichkeit an ihrer Überwindung mitzuwirken“, so Hase abschließend.

LINK: FDP will Minijobber im Gesundheitsamt
Sächsische Zeitung, 4.11.2020